Methoden

Ermittlung des aktuellen Artenbestandes der Brutvögel

Die Angaben zu seltenen und mittelh√§ufigen Arten st√ľtzen sich auf die Angaben der Literatur, aber vor allem auf die Kenntnisse der Mitarbeiter, denen die einzelnen Brutpl√§tze und Brutpaarzahlen oft genau bekannt sind. Wesentliche Grundlage der Aussagen zur Einstufung von Arten als Brutvogelart, zu deren Vorkommen, Ph√§nologie und zu au√üergew√∂hnlichen Beobachtungen war der z.T. √ľber Jahrzehnte hinweg erworbene vogelkundliche Erfahrungsschatz der Mitarbeiter. Zudem wurden die saisonalen ornithologischen Sammelberichte (OSB) im Cinclus (Bund f√ľr Vogelschutz und Vogelkunde e.V. Herdecke und Hagen) und des NABU-Info (Naturschutzbund Stadtverband Hagen) ausgewertet. Der Bewertung wurden ebenso die Ergebnisse der Revierkartierungen des Jahres 2002 bis 2005 und der Punktstoppkartierungen 1997 bis 1999 zu Grunde gelegt.

Erg√§nzt werden die Datensammlungen durch den Einbezug von Revierkartierungen fr√ľherer Jahre und durch Bestandsaufnahmen der sehr gut dokumentierten Naturschutzgebiete "Lenneaue Berchum" und "Ruhraue Syburg", deren Sommer- und Winterbestand nahezu l√ľckenlos √ľber Jahrzehnte hinweg mit insgesamt weit mehr als 500 Begehungen kartiert und untersucht wurde.

Revierkartierungen

Die Ermittlung der Bestandsdichte h√§ufiger Brutvogelarten st√ľtzt sich auf die Ergebisse von Revierkartierungen. Grundlage dieser Methode ist das Verhalten eines Vogelpaares, das eine Brut durchf√ľhrt und zur Brutzeit ein Gebiet ("Revier") verteidigt, um die zur Aufzucht der Jungen ben√∂tigten Nahrungsressourcen zu sichern. Verhaltenweisen, die auf eine Brut bzw. auf ein Revier hinweisen, sind z.B. Gesang, Revierkampf, futtertragende Altv√∂gel und nat√ľrlich Nestfunde und Gelege oder f√ľtternde Altv√∂gel. Bei dieser Arbeitsweise wird an f√ľnf Begehungstagen von M√§rz bis Juni das Verhalten der V√∂gel punktgenau in eine Karte eingetragen. Als Ergebnis k√∂nnen in einer Zusammenschau neben der Lage der Reviere auch Ihre Anzahl erkannt werden.

Im Jahr 2002 wurden gezielt f√ľr dieses Projekt drei Fl√§chen mit jeweils √ľberwiegend gleichartigem Lebensraum (Wald, Siedlung, landwirtschaftliche Fl√§che) in Form von Revierkartierungen nach BERTHOLD et al. (1980) untersucht. Sie bildeten mit vier weiteren gro√üfl√§chigen Revierkartierungen aus dem Zeitraum 2003 bis 2005 die Grundlage der Berechnung zu den Bestandsdichten. Zur Unterst√ľtzung und Absicherung der Gr√∂√üenordnungen wurden weitere elf gro√üfl√§chige Kartierungen aus fr√ľheren Jahren herangezogen. Um zuverl√§ssige Aussagen √ľber den Bestand seltener und mittelh√§ufiger Brutvogelarten treffen zu k√∂nnen, wurden von der "Arbeitsgemeinschaft Avifauna" zus√§tzlich seit 1997 gezielt Beobachtungen ausgew√§hlter Vogelarten wie z.B. Girlitz, Klappergrasm√ľcke oder Goldammer durchgef√ľhrt und Daten gesammelt sowie die Ergebnisse der Revier- und Punktstoppkartierungen hinzugezogen.

Punktstoppkartierung

F√ľr diese Kartierung wurde das gesamte Hagener Stadtgebiet in zehn Teilbereiche aufgeteilt, die an den Quadranten eines Messtischblattes (amtliche topografische Karten 1:25.000; Z√§hlung der Quadranten 1-4 in Leserichtung) orientiert sind. In der Regel teilen sie jeden Quadranten in gleich gro√üe Abschnitte. Jeder Teilbereich wurde von einem Kartierer bearbeitet, der in seinem Gebiet 10 bis 20 Z√§hlpunkte ("Punktstopps") so festlegte, dass sie anteilig die Struktur und Landschaft dieses Teilbereiches repr√§sentierten. Insgesamt waren es 138 Punktstopps im Hagener Stadtgebiet, an denen nun f√ľnfmal j√§hrlich im Zeitraum 1997 bis 1999 - einmal im M√§rz, einmal im April, zweimal im Mai und einmal im Juni - jeweils f√ľr f√ľnf Minuten alle V√∂gel gez√§hlt wurden.

Sowohl Lage als auch Anzahl der Punktstopps in einem Teilbereich waren √ľber die drei Jahre hinweg identisch, jedoch unterschied sich ihre Anzahl von der anderer Teilbereiche.

 
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